Winterreifenpflicht – Was man wissen muss

Der Winter ist da, der Weihnachtsurlaub steht vor der Tür und ihr fahrt zu den Lieben aufs Land oder zum Skifahren in die Berge. Nur eure Reifen verbreiten noch sommerliche Vibes – und das auf Schneefahrbahn. Unangenehm und obendrein unsicher. Darum Winterreifen aufziehen. Es tritt schließlich auch niemand mit Badeschlappen zur Schneeschuhwanderung an.
Winterliche Straße, Winterreifenpflicht

Winterreifenmuffel aufgepasst!

Wir haben es schon alle erlebt: Gefühlte Jahrzehnte auf einen Termin bei der Werkstatt zum Reifenwechsel gewartet, gefühlte Jahrhunderte dann, wenn man endlich einen bekommen hat, auf die tatsächliche Montage der Winterpneus. Wenigstens kann man sich ja mit erlesenem Automatenkaffee in netter Werkstattatmosphäre die Wartezeit verkürzen.

Da wär’s doch fast eine Überlegung wert, sich das ganze Brimborium dieses Jahr zu ersparen und die paar Tage Skiurlaub mit Sommerreifen zu riskieren. Schneefahrbahn gibt’s ja sowieso kaum noch und der Schnee kommt aus der Kanone, Klimawandel macht es möglich. Und dann ist er plötzlich da: Väterchen Frost reitet auf klirrend kaltem Schneetreiben durchs Land. Blitzeis, Schneefahrbahn, Winter Wonderland. Und eure Reifen? Eure Reifen sind eher auf Strandurlaub eingestellt.

Wann Winterreifen Pflicht sind

Dabei könnte man theoretisch auch gesetzeskonform nur mit Sommerreifen durch den Winter kommen, denn die am 1. November in Kraft tretende und am 15. April auslaufende „Winterausstattungsplicht“ ist witterungsabhängig und gilt für Pkw, Microcars oder Lkw mit einem Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen. Das heißt: Sind die Fahrbahnverhältnisse winterlich z.B. Schnee, Schneematsch oder überfrierende Nässe, ist man auch verpflichtet „Winterpatscherl“ aufzuziehen. Praktisch begibt man sich damit natürlich auf dünnes Eis. Wird man nämlich bei plötzlich eintretenden winterlichen Fahrbahnbedingungen mit Sommerreifen erwischt, muss man sich auf eine Mindeststrafe von 35 Euro einstellen. Sollte man gleichzeitig andere Verkehrsteilnehmer gefährden, können Strafen von bis zu 5000 Euro fällig werden. Dafür könnt ihr euren Schlitten acht Mal mit neuen Winterreifen bestücken. Oder die Polizei veranlasst den Lenker gleich, das betroffene Fahrzeug stehen zu lassen. Ein unverhoffter Winterspaziergang – es gibt definitiv schönere Anlässe für körperliche Ertüchtigung im Freien.

Warum Winterreifen wichtig sind

Deswegen lieber gleich die passenden Reifen für die passende Jahreszeit montieren. Winterreifen, die den Bestimmungen des Gesetzgebers entsprechen, haben eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern und sind immer mit den Buchstaben M und S (oder: M&S, M.S., M+S u.a.) versehen. Es zeigt an, dass die Reifen für Matsch und Schnee geeignet sind. Achtung: Solltet ihr den einfachen Weg gehen und euch für Alljahresreifen entscheiden, müssen diese auch das Kürzel tragen. Ihr schützt euch damit nämlich nicht nur vor lästigen bis erheblichen Strafen sondern seid auch direkt viel sicherer unterwegs. Und das auch, wenn es gar nicht geschneit hat: Dank spezieller Gummimischung bleiben Winterreifen nämlich auch bei Temperaturen unter 7° Celsius elastischer als Sommerreifen und passen sich so optimal der Fahrbahnoberfläche an. Der Bremsweg bei 50 km/h auf einer Schneefahrbahn kann sich so um bis zu zehn Meter verkürzen. Zehn Meter, die den Unterschied machen können zwischen Abschleppwagen und Schlepplift.

Wann die Versicherung bei Winterreifen nicht zahlt

Sollte es also mit Sommerreifen bei winterlichen Bedingungen krachen, übernimmt die Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallopfers. Stellt sich aber heraus, dass die nicht ordnungsgemäße Bereifung des Fahrzeugs zu dem Unfall geführt hat, kann die Haftpflichtversicherung die erbrachte Leistung vom Lenker bis € 11.000,00 zurückfordern.

Anders ist die Sache bei einer Kaskoversicherung gelagert. Hier könnte dem Lenker des Fahrzeugs mit Sommerreifen wegen grober Fahrlässigkeit die Zahlung komplett verweigert werden. Die Rutschpartie wird so zum teuren Spaß.


Der GRAWE sidebyside Jugend-Beirat – junger Umweltschutz im Nationalpark Gesäuse

Der GRAWE sidebyside Jugend-Beirat des Nationalpark Gesäuse setzt mit eigenem Budget innovative Umweltprojekte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen um.
Wir haben uns mit Leiterin Nora und Schriftführerin Teresa zum Interview getroffen und plaudern mit ihnen über die Faszination Natur, jungen Umweltschutz und Endemiten.


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