Von Risiken und Wüstensand – an einer Straßenkreuzung zwischen Atlantik und Sahara

Impressionen vom BEYOND Surf-Movie-Dreh in Nordmarokko Pt. 1
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Text: Andreas Jaritz, Fotos: Judith Recher / Lupi Spuma

Auf unserer Drehreise für unsere neue Surf-Movie Produktion BEYOND vom mediterranen Nordmarokko bis zum tropischen Südsenegal, haben wir uns stets an der Küstenlinie orientiert. Bis wir in Marrakech, der urbanen Perle Marokkos vor der sprichwörtlichen Weggabelung ankommen: Sollen wir Auf-sicher-Spielen und die uns in Nordmarokko noch verfügbare Drehzeit in Taghazout, dem Surf-Mekka des Landes verbringen? Oder sollen wir uns noch weiter vom Ozean entfernen und die Wüste erkunden?

Marrakech liegt im Zentrum des Landes an genau einer solchen Weggabelung: Die Straßen nach Westen führen zum Atlantik, biegt man Richtung Osten ab, fährt man geradewegs in Richtung Wüste. Eine Entscheidung, die ein hohes Risiko für uns birgt, arbeiten wir doch an einem Surf-Film über Marokko: In den ersten drei Wochen hatten wir kaum gute Wellen, kaum Surf, der es Wert gewesen wäre, gefilmt zu werden, vorgefunden, und genau für die nächsten paar Tage ist ein bisschen was Brauchbares angesagt. Zu diesem Zeitpunkt brauchten wir gute Surfszenen wie einen Bissen Brot nach wochenlanger, entbehrungsreicher Irrfahrt. Und auch in Marrakech haben wir bereits einige Tage fernab des Atlantiks verbracht. Eigentlich sagt die Vernunft: „Ab zum Atlantik. Das ist eure Chance!“

Und doch ist da diese unglaubliche Anziehungskraft, die die Wüste auf uns ausübt. Die Sahara – allein der Name stößt die Türen zu großem Kopfkino auf. Was aber, wenn wir dort das sprichwörtliche Nichts vorfinden? Keine brauchbaren Stories, nur Ödnis? Was, wenn die mindestens fünf Tage, die der Wüstenritt in Anspruch nimmt, umsonst sein würden? Eine Entscheidung mit hohem Risiko. Jeder Drehtag ist wertvoll, jeder verschwendete zerrt an den physischen und psychischen Ressourcen der gesamten Produktion.

Wir wälzen Reiseführer, telefonieren uns durch unsere Marokko-Kontakte und erkundigen uns nach dieser für uns gänzlich unbekannten Region, wo für uns die Surfbretter genauso nützlich sein werden wie der sprichwörtliche Kühlschrank am Nordpol. Noch ein Blick auf die Wellenvorhersage – tja, wir würden wahrscheinlich einiges versäumen, wenn wir nicht ans Meer fahren. Die Tage ohne Surfaufnahmen rinnen nur so dahin. Doch die Sahara zieht uns wie Treibsand unwiderruflich in ihren Bann. Unsere Fantasien fließen wie Sand ins Zentrum unserer Vorstellungskraft.

Was soll’s, wir vertrauen unserem Entdeckergeist und unserer Neugier, Blinker nach Links und ab nach Osten: Ein illustrer Tross – gleich einer Händlerkarawane auf Kamelen (nur dass wir statt mit Myrrhe und Salbei mit Kameraequipment und Surfboards beladen sind und auf zwei Pickups reiten) rollen wir in Richtung Sahara zu den Nomaden der Wüste…

Info über das Projekt:

Dieser Text von Andreas Jaritz beschreibt Impressionen vom nördlichen Teil der Drehreise von Beyond – An African Surf Documentary. Ein Film, produziert von den Machern von The Old, the Young & the Sea und Lotus-Film der ein 6-köpfiges Filmteam in einer 3-monatigen Drehreise durch Marokko, Mauretanien und Senegal führte, um dort einen Surf-Movie zu drehen, der das Leben und die vielschichtigen Kulturen der lokalen Bevölkerung einfängt. Auf der Website des Films gibt es viele weitere Beyond Surf-Movie Stories über Marokko, Mauretanien und Senegal.

Movie Release: Herbst 2017


Marcus Heider, Leitung Marketing & PR FRida & freD

Marcus Heider spricht mit angenehmer, weicher Stimme. Obwohl der Lärmpegel um ihn alles andere als klein ist – Marcus ist die Ruhe selbst. Der Grazer leitet seit Juni 2009 den Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Grazer Kindermuseums FRida & freD.


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