Marcus Heider, Leitung Marketing & PR FRida & freD

Marcus Heider spricht mit angenehmer, weicher Stimme. Obwohl der Lärmpegel um ihn alles andere als klein ist – Marcus ist die Ruhe selbst. Der Grazer leitet seit Juni 2009 den Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Grazer Kindermuseums FRida & freD.
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Nach Abschluss der Werbeakademie Wien arbeitete Marcus Heider bei einem Webdesignunternehmen, danach war er jahrelang als selbstständiger Grafiker tätig. Nach der Geburt seines dritten Kindes kam in ihm der Wunsch nach einer Anstellung auf. „Also hab‘ ich mir überlegt, was ich gerne machen würde. Ich wusste, ich will gestaltend im Kunst- und Kulturbereich tätig sein und möchte mit Menschen zu tun haben. Dann habe ich die Stellenanzeige des Kindermuseums gesehen und mich einfach beworben.“ Im FRida & freD ist Marcus für Pressearbeit, Drucksortenabwicklung, Sponsoring, Veranstaltungen und den Kontakt mit Kooperationspartnern verantwortlich. Wir haben mit ihm über das Kindermuseum, die momentanen Ausstellungen und die Arbeit mit Kindern gesprochen.

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Marcus Heider leitet den Bereich Marketing & Öffentlichkeitsarbeit im FRida & freD

Das FRida & freD: 2003 im Zuge des Kulturjahres gegründet, war zunächst nicht so ganz klar, wozu man eigentlich ein Kindermuseum brauchen würde. FRida & freD etablierte sich aber rasch zum bestbesuchten Museum der Stadt (mit bis zu 90.000 Besuchern pro Jahr). „Das gibt dem Kindermuseum eine gewisse Relevanz.“

Seit 2003 wechseln die Ausstellungen jährlich. „Nach 11 Monaten wird eine Woche lang alles ab-, danach über 3 Wochen die neuen Ausstellungen aufgebaut. Da geht’s dann richtig rund!“ Die Konzeption dauert natürlich länger, sobald die aktuelle Ausstellung steht, wird bereits an der nächsten geplant.

Die einzelnen Ausstellungen haben kein Zeitfenster und sind nicht geführt. „Soviel Personal ist nicht vorhanden. Dafür muss man sich nicht anmelden, die Leute können jederzeit kommen und bleiben, so lang sie wollen.“ Die Themenauswahl ergibt sich aus verschiedensten Umständen und Richtungen und ist meist auf ein bis zwei Jahre im Vorhinein festgelegt. Welche Themen in den nächsten Jahren anstehen, wird natürlich nicht verraten.

Neben den Ticketverkäufen sind Leihausstellungen und Consultingprojekte die Hauptsäulen des Kindermuseums. „Unsere Ausstellungen touren weltweit, insgesamt gibt es zwischen 300 und 400 solcher Wanderausstellungen.“ Hochwertige Ausstellungen zu konzipieren, lohnt sich auch finanziell: Je besser sie sind, desto besser laufen sie im Verleih, wodurch wieder Geld hereinkommt.

„Consultingprojekte umfassen die Grazer Märchenbahn, den Energiespielplatz in Weiz oder die Gölles Erlebnistour. Aber auch der Grazer Weltraumtag ist so ein Projekt, außerdem haben wir heuer die Ecsite gehosted.“

Das Kindermuseum hat eine Eigenerwirtschaftung von knapp 40%, sehr viel für einen Kulturbetrieb. Die Stadt Graz steht hinter FRida & freD, wünscht sich aber möglichst viele Eigeneinnahmen bei gleichzeitig günstigen Eintrittspreisen. „Der Stadt ist sehr wichtig, dass auch einkommensschwache Familien ins Museum kommen können. Wenn es nach uns geht, könnte gern jeder gratis kommen. Das müsste aber finanziert werden.“

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Der Eingangsbereich zur Welt der „Tüftelgenies“.

Tüftelmäuse und Tüftelgenies: Der diesjährige Ausstellungsschwerpunkt ist ein naturwissenschaftlicher – es dreht sich alles ums Erfinden. „In den zwei Jahren davor hatten wir eher schwierige Themen, Globalisierung und Klima. Es ist grundsätzlich gut, solche Themen verantwortungsvoll zu behandeln. Trotzdem ist es schön, heuer ein lösungsorientiertes Thema zu haben.“

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Sesam, öffne dich! Interaktivität steht im FRida & freD im Mittelpunkt.

Bei den Tüftelmäusen bekommen kleinere Kinder Stoffmäuse, denen sie dann bei Aufgaben helfen, zum Beispiel gilt es, eine Tüftelmaus mit einer Maschine in den Schlaf zu streicheln. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu verstecken und Dinge zu bauen. Den Kindern werden Rohmaterialien zur Verfügung gestellt, mit denen sie selbst (er)schaffen können. „Es sollten auf jeden Fall Begleitpersonen dabei sein. Die Ausstellungen sind immer Familienthema, die Eltern machen auch mit. Wir sind keine Kinderbetreuungs- sondern eine Bildungseinrichtung“, so Marcus.

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Bei den „Tüftelgenies“ erfährt man alles über die Erfindung des Dynamits.

Größere Kinder loggen sich als Tüftelgenies über Bändchen mit einem Barcode ein (wobei man gleich etwas über den Strichcode lernen kann). Unter ihrem Namen können sie dann bei unterschiedlichen Terminals Fragen beantworten. Die Kinder erfahren etwas über alle möglichen Erfindungen, vom Buchdruck über Röntgen bis zum Radio oder Dynamit. „Wenn man etwas über die Erfindung wissen will, muss man sie benutzen. Es gibt auch Workshop-Demonstrationen, die von unseren Mitarbeitern geleitet werden.“

FRida & freD hat großartige MitarbeiterInnen, die konsequent und geduldig für die Kinder da sind. „Wir haben nicht nur weibliche Betreuerinnen, das ist ganz wichtig. Außerdem sind bei uns alle Altersgruppen vertreten. Kinder sind unterschiedlich: manche hören gern zu, manche schauen gern zu, andere wollen sich bewegen. Es gibt scheue, aufgeweckte, selbstbewusste Kinder. FRida&freD versucht, allen gerecht zu werden.“

Hands on – minds on: Das Format mit interaktiven Ausstellungen orientiert sich am „hands on-minds on“-Prinzip. „Die Kinder sind dazu eingeladen, mitzumachen. Wenn man drin steht und nichts macht, passiert auch nichts.“

Kinder lernen am liebsten, indem sie etwas machen und so die Welt um sich herum begreifen. FRida & freD hat den Anspruch, für alle Kinder als Bildungseinrichtung da zu sein. Kinder sind interessiert und nutzen die Möglichkeiten, die man ihnen bietet. Lernen passiert, aber nicht spürbar. „Es gab mal eine Wasserausstellung mit einem Schüttspiel, bei dem man die Projektion einer Pflanze zum Aufblühen bringen konnte. Einerseits wurde den Kindern die Botschaft vermittelt: Es braucht Wasser, damit Dinge leben und blühen können. Andererseits wird durch das Schütten die Fähigkeit des Schreibens erlernt, deshalb machen Kinder das auch von alleine. Sie haben also nicht die Absicht, etwas zu lernen, sie wollen einfach Spaß haben und mit Wasser spielen.“

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Wie funktioniert eigentlich ein Radio? Im FRida & freD wird’s erklärt!

 

Großes Theater: Im hauseigenen Theater des Kindermuseums haben bis zu 100 Leute Platz, rund 12.000 Besucher kommen pro Jahr. Von Donnerstag bis Sonntag finden hier Aufführungen statt, die gesamte Saison von September bis Juni wird bespielt. Die gezeigten Stücke haben thematisch nichts mit den Ausstellungen zu tun und werden von rund 15 Theatergruppen aus der ganzen Steiermark dargestellt. „Bei uns können auch noch relativ unbekannte Schauspieltruppen mit hoher Qualität spielen.“

Die Sommerakademie: Der einzige Kinderbetreuungspunkt ist die Sommerakademie. Hier wird von Pädagogen zu einem Generalthema ein Programm ausgearbeitet, das in Schwerpunkte zerlegt über die Wochen behandelt wird. „Spätestens im März sind wir ausgebucht. Die Akademie ist gestützt, ein Großteil der Kosten wird getragen. Es geht darum, dass die Kinder gemeinsam Spaß haben und coole Sachen erleben: basteln, bauen, Projekte abschließen, oder einfach mal einen Ausflug machen oder schwimmen gehen.“

Eine Sache für die ganze Familie: „Eltern gehen mit ihren Kindern ins FRida & freD, um gemeinsam etwas zu erleben, was man zuhause nicht machen könnte. Auch ich gehe mit meinen Kindern hin. Es ist wichtig, bewusst und sinnvoll Zeit mit ihnen zu verbringen. Das Kindermuseum ist ein zusätzliches, wertvolles Angebot für Eltern.“

Kinder sind die Zukunft: Für das Grazer Kindermuseum gibt es viele Pläne, die in Schwebe sind. Bereits umgesetzt wurde ein neu gestalteter Garten, ab nächstes Jahr gibt es dort auch Gastronomie. Außerdem wird 2017 gemeinsam mit dem Universalmuseum Joanneum ein Science Center konzipiert und umgesetzt. „Das Science Center ist für Familien und ältere Kinder ab 13 Jahre geeignet. Kinder in dem Alter kommen nicht mehr ins FRida & freD.“

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Louis Braille, Erfinder der Brailleschrift

Für Marcus Heider ist das Schönste an seinem Job die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen. „Alle sind mit so viel Herzblut bei der Sache! Es ist ein lebendiges Haus mit unterschiedlichsten Aufgaben, jedes Jahr, mit jeder neuen Ausstellung, bewegt sich etwas.“ Die Menschen, die im Kindermuseum arbeiten, sind sehr gefordert. Viele Ressourcen hat niemand. „Schön wäre es, wenn der politische Wille so stark wäre, dass man noch lange Lust auf FRida & freD hat. Mehr Budget wäre natürlich auch toll, um mehr Mitarbeiter anstellen zu können, die konstruktiv arbeiten. Qualität kostet, nur Kreativität und Ideen allein sind zu wenig.“

Wer sich vielleicht noch fragt, warum das Grazer Kindermuseum eigentlich FRida & freD heißt – Marcus hat es uns verraten: „Der Kinderbuchautor Heinz Janisch hat den Namen gemeinsam mit Kindern entwickelt. Es ist super, damit eine persönliche Ansprache für Buben und Mädchen gefunden zu haben. Die Namen leiten sich aus unserem Standort ab: wir sind hier in der Friedrichgasse!“

Das Grazer Kindermuseum FRida & freD hat täglich außer Dienstags geöffnet! Alle Infos gibt’s hier


Manfred Rath, Grazathlon-Veranstalter

Im Dezember 2015 gewann Company Code, die Agentur von Manfred Rath, Gold beim Austrian Event Award  in der Kategorie ""Public-Events Sport". Prämiert wurde das Event "E-Grazathlon". Mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt, hat sich der Adventure-Run in den letzten Jahren als Fixpunkt der Grazer Eventszene etabliert.

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